Meisterschaft: TuS Bielefeld
HSG überzeugt, aber warum erst im letzten Spiel?
von Stefan Herzog
Aus der Tageszeitung: „Die Glocke“, vom 14.05.2012
Gütersloh (zog). Mit einem starken Saisonausklang beim 37:31 (20:14)-Heimsieg über den TuS 97 Bielefeld Jöllenbeck sicherte Handball-Oberligist HSG Gütersloh in der Abschlusstabelle den zwölften Tabellenplatz, der bei günstiger Konstellation in der dritten Liga samt anschließender Relegation der vier Drittletzten noch eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt offen lässt.
Offen blieb vor gut 120 Zuschauern die Frage, warum die Mannschaft von Philipp Christ nicht bereits in den Vorwochen den Hebel umgelegt hatte, um gegen Hahlen oder Hamm II die fehlenden vier Punkte zum direkten Klassenerhalt einzufahren. Doch erst am Samstag zeigte das Team, dass es in der vierthöchsten Liga bleiben will und so dort auch hingehört.
Die Gütersloher stellte eine über weite Strecken konzentrierte Abwehr, die mit Eugen Rogalski im Tor einen überragenden Rückhalt hatte. Endlich wurden im Angriff die Chancen konsequent genutzt, endlich zeigten die Gastgeber im Angriff Durchschlagskraft und die spielerischen Mittel, um die im zweiten Durchgang offensiv deckende TuS-Defensive auszuspielen.
Benjamin Zöllner zeigte gegen seine künftigen Mitspieler eine starke Leistung, genau wie Kreisläufer Florian Haubrock, der zweite Spieler, der vor dem Anpfiff verabschiedet (Richtung SpVg Steinhagen) wurde.
Das ohne Thorsten Harbert (Knieverletzung) angetretene Team deutete auch an, wie es in der Zukunft guten Handball spielen will. Mit Biss und Willen, mit einem Marcel Schönhoff, dessen Leistungskurve ebenfalls steil nach oben zeigte, mit einem Daniel Pries in der Mitte und auch einem Youngster Max Kollenberg. Auch Marian Stockmann spielte stark und Christoph Harbert ist mittlerweile eindeutiger Führungsspieler im HSG-Gefüge.
Als mangels Alternativen auf der Bank die Puste einiger HSG-Akteure knapp wurde, kamen die Jöllenbecker, angeführt vom hochmotivierten Spenge-Wechsler Sebastian Kopschek, wieder auf vier udn beim 29:26 auf drei Treffer heran. Doch diesmal setzte die HSG gleich nach und fuhr angefeuert von den stehenden Zuschauern Saisonsieg Nummer sieben ein.
Somit ist Zittern am kommenden Wochenende, dem Finale in der dritten Liga, und bei der Relegation mit Hagen Daumen drücken bis zum Juni angesagt.
HSG Gütersloh - TuS Bielefeld 37:31
HSG Gütersloh: Rogalski/Wehmöller -- Buhrmester (3), Zöllner (8), Schönhoff (8), Stockmann (6), Deppe, Pries (2), Ch. Harbert (6), Kollenberg, Haubrock (4)