Meisterschaft: Ibbenbüren
von Stefan Herzog
Aus der Tageszeitung: „Die Glocke“, vom 09.05.2011
Gütersloh (zog). Noch 24 Sekunden zu spielen, Gastgeber Ibbenbürener SpVg ist bei Überzahl in Ballbesitz und hat den Ausgleich vor Augen. Doch Rückraumspieler Philipe Jäger leistet sich einen bösen Fehlpass, den mit Florian Haubrock einer der schnellsten Gütersloher Spieler wegfischt und mit dem Schlusspfiff zum 35:37-Endstand für die HSG vollendet.
Mit diesem nervenaufreibenden Finale machte der heimische Handball-Oberligist einen ganz wichtigen Schritt zum rettenden Tabellenplatz zehn. Denn Konkurrent TSV Hahlen musste zuschauen, ist jetzt punktgleich und empfängt am Samstag Meister HB Lemgo II. Somit kann die HSG Gütersloh im letzten Saisonspiel am Samstag gegen Teutonia Riemke in eigener Halle den Klassenerhalt perfekt machen.
Dass gegen den von der Regional- nun in die Verbandsliga durchgereichten Ibbenbürenern am Samstag so um den Sieg gezittert werden musste, lag an der katastrophalen Chancenauswertung der Mannschaft von Hagen Hessenkämper. Die hatte gegen den wurfgewaltigen Hünen Axel Schulte (9
Treffer) und Co gut begonnen. Mit gutem Kreisläuferspiel über Stefan Christ und vier Zöllner-Toren setzte sich die HSG auf 9:5 und 14:10 ab und verzweifelte dann am ISV-Keeper Florian Ostendorf. Vier vergebene Chancen in Reihe führten zu vier Gegentreffern zum 14:14. Beim Seitenwechsel lagen die vor 120 Zuschauern (davon 40 lautstarke
Gütersloher) beherzt kämpfenden Gastgeber mit 17:16 vorne. Dies sollte allerdings der einzige Rückstand aus Gütersloher Sicht bleiben.
Mit Sonderbewachungen für Schulte und Mittelmann Vollgold fanden Hessenkämper und Co-Trainer Philipp Christ das pasdende Mittel, um die Mannschaft wieder zurück ins Spiel zu bringen. Bis zum 24:24 blieb Ibbenbüren dran, dann setzte sich die HSG erneut ab, vergab aber beim
24:19 und drei Spielern mehr auf dem Feld einen Siebenmeter und beim 24:30 und 25:31 weitere Möglichkeiten, den Sack zuzumachen. So kam die ISV abermals heran und sorgte beim 33:34 und 35:36 (nach 33:36) für bange Gesichter bei den Gästen. Doch ein verworfener Siebenmeter des zuvor dreimal sicheren Honerkamp (57:39 Minuten) und besagter Fehlpass ließen die Schwarz-Gelben doch noch jubeln.
Mit je fünf Treffern nach Wiederanpfiff setzten Thorsten Harbert und Marcel Ortjohann die Akzente im Rückraum, während Florian Haubrock insgesamt viermal und vor allem bei den letzten beiden Kontern erfolgreich war.
HSG: Plum/Rogalski -- Buhrmester (1), Zöllner (4), Schönhoff (5), Harbert (5), Christ (3), Wiemann (6/1), Gast (1), Schulze (1), Stammeier (n.e.), Ortjohann (7), Haubrock (4)