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Oberliga: Derby-Rückschau

TV Verl muss für die Verbandsliga planen



von Stefan Herzog

Aus der Tageszeitung: „Die Glocke“, vom 24.01.2011

Gütersloh (zog). Viele Male haben die Handballer des TV Verl und der HSG Gütersloh schon gegeneinander gespielt, ohne dass Punkte vergeben wurden. In jedem Vorbereitungs- oder Pokalspiel war dabei mehr Pfeffer, Kampf und Derby-Atmosphäre zu spüren als vor 550 Zuschauern beim Oberliga-Punktspiel am Freitag in Verl.
Diesmal war der spielerische Unterschied zwischen den beiden Kreisrivalen einfach zu groß. Die personell arg gerupften Gastgeber können einfach nicht jede Woche eine solche kämpferische Leistung aufs Parkett legen wie in der Woche davor beim Sieg über Mennighüffen. Dazu fehlten am Freitag auch noch Torwart Cornelius Nolte (beruflich) und Henrik Vothknecht verletzungsbedingt. So saß Jonas Plaß, der somit einzige Verler Torwart, der ausgerechnet im Derby keinen guten Tag erwischt hatte und vor allem von Außen Treffer um Treffer kassierte, nach Abpfiff Trost suchend auf der Tribüne.
Henrik Vothknecht hatte zuletzt mit seinem Einsatz in Abwehr und Angriff maßgeblich zum Mut machenden Erfolg gegen Mennighüffen beigetragem, dabei aber die lädierte Schulter wieder so in Mitleidenschaft gezogen, dass jetzt bis zum OP-Termin Ende Februar Pause angesagt ist. Wenn dann auch noch Maik Dittrich wieder gen Australien abdüst und Olaf Voss weiter ausfällt, ist die Lage für die Verler trost- und hoffnungslos.
Und genau diese Aussicht wird das Team von Lars Gottwald am Freitag gelähmt haben.
Die HSG Gütersloh auf der anderen Seite nutzte ihre Chance mit einer engagierten, konzentrierten und nervenstarken Leistung. Mit nun 11:19 Punkten hat der Aufsteiger auf Rang elf für die Rückrunde eine realistische Perspektive auf den Klassenerhalt geschaffen. Die nach gut einer Viertelstunde vollzogene defensivere Ausrichtung der Abwehr von
5:1 auf 6:0 war ein Schlüssel zum Erfolg. Die HSG-Defensive blockte, unterband das Spiel an den Kreis und hatte den Rückraum und die einlaufenden Außen im Griff. Wenn ein Wurf aufs Tor kam, landete er entweder an Pfosten oder Latte oder beim stark haltenden HSG-Torwart Daniel Plum. Dann ging es sofort per Gegenstoß nach vorne, wo der neunfache Torschütze Florian Haubrock ohne Fehlwurf blieb und auch Benjamin Zöllner, Daniel Wiemann und Jan Schulze mit starker Quote überzeugten.
"Jetzt macht was aus den Punkten", wünschte Verls Trainer Lars Gottwald, der nun wohl für die Verbandsliga planen muss, Kollege Hagen Hessenkämper Glück für die kommenden 13 Spiele. Der nahm es gern an, denn der scheidende HSG-Coach möchte die Mannschaft am Saisonende als Oberligist übergeben.

 

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