Meisterschaft: VfL Mennighüffen
HSG jubelt über den ersten Auswärtssieg
von Stefan Herzog
Aus der Tageszeitung: „Die Glocke“, vom 06.12.2010
Gütersloh (zog). Kurz flackerte am Samstag in der Schlussphase der Handball-Oberligapartie in Mennighüffen bei der HSG Gütersloh die schmerzvolle Erinnerung an die Vorwoche auf. Doch mit zwei souverän verwandelten Kontern fuhren die Gäste diesmal den verdienten ersten Auswärtssieg ein und freuten sich beim 31:27 (13:10) über eine Mini-Serie von drei Punkten.
Mit 5:17 Zählern belegt das Team nun Platz zwölf. Beim Vorletzten VfL Mennighüffen hatte die Mannschaft von Trainer Hagen Hessenkämper das wichtige Abstiegsderby gut 50 Minuten lang bestimmt. In der 9. Minute gingen die Gäste erstmals (mit 3:2) in Führung, bauten diese bald auf fünf Tore aus und gaben den Vorsprung bis zum umjubelten Abpfiff nicht mehr ab. Kleines Kuriosum: Scheinbar hatten die Gütersloher die genau in Angriffsrichtung hängende Hallenuhr unmittelbar vor der Pause nicht im Blick und verpassten es bei Ballbesitz, noch einmal aufs Tor zu werfen.
Der Sechs-Tore-Vorsprung beim 20:14 in der 38. Minute war alsbald aufgebraucht, weil sich VfL-Spielertrainer Andre Torge in der 39. Minute einwechselte, sogleich das Spiel des VfL auf der Angriffsmitte in die Hand nahm und die beiden starken "Halbspieler" Arne Kröger (5 Tore) auf links und Till Orgel (8) auf rechts immer besser ins Spiel brachte.
"Insgesamt gesehen war aber unsere gute Abwehr der Schlüssel zum Sieg", lobte Hessenkämper seine Defensive. Außerdem behielten die Gütersloher vor der aufgewachten Kulisse die Nerven und legten immer wieder durch den neunmal erfolgreichen, in der 58. Minute aber mit der dritten Zeitstrafe auf die Tribüne verbannten Benjamin Zöllner, durch Marcel Schönhoff und Florian Haubrock Treffer vor. So kamen die Gastgeber nur einmal -- und zwar beim 23:24 -- bis auf ein Tor heran.
Doch auch die HSG-Treffer zum 26:23 und 28:24 brachten noch keine Vorentscheidung, sondern sorgten nicht nur bei Hessenkämper für ein kurzes Déjà-vu-Erlebnis. Doch im Vergleich zur verspielten Sieben-Tore-Führung vor einer Woche trafen diesmal nicht nur Thorsten Harbert (56. Minute) den Pfosten, sondern auch der Mennighüffener Kröger (59.). Außerdem hielt der in der 42. Minute für Daniel Plum gekommene Eugen Rogalski wichtige Bälle plus einen Siebenmeter. Vor allem aber nutzen Haubrock vom Kreis und per Konter sowie Fabian Gast elf Sekunden vor Abpfiff die Großchancen.
Dass die Mennighüffener den Kampf um den Klassenerhalt noch nicht aufgeben, zeigten sie mit der Verpflichtung von Jasmin Baltic. Der Ex-Verler war aber am Samstag noch nicht spielberechtigt, weil sein Pass nicht vom Verband zurückgekommen war.
Endergebnis: VfL Mennighüffen -- HSG Gütersloh 27:31
HSG: Plum/Rogalski - Buhrmester (3), Zöllner (9), Schönhoff (5), Harbert (2), Schlüter, Wiemann (3/1), Gast (1), Schulze (2/2), Stammeier (n.e.), Haubrock (6)
Zuschauer: 220
Zitate
"Dass es hier keinen Schönheitspreis zu gewinnen gab und dass die nicht aufgeben würden, war vorher klar. Wenn auch dies Spiel noch gekippt und unentschieden ausgegangen wäre, hätten alle einen richtigen Knacks bekommen. Jetzt geht es darum, den Schwung ins Heimspiel am Dienstag mitzunehmen. Weil ich mir sicher war, dass wir heute gewinnen, wollte ich die Partie gegen Ibbenbüren nicht wieder zurückverlegen. Der Sieg war verdient, weil wir weitgehend dominiert haben."
Hagen Hessenkämper, HSG Trainer.
"Wir sind eben eine junge und unerfahrene Mannschaft. Wenn wir uns herankämpfen, dann müssen wir auch vorbeiziehen. Denn Gütersloh war angeknockt. Aber da haben wir Strafwürfe und beste Chancen nicht genutzt. Wir nehmen uns eine zehnminütige Auszeit pro Spiel. Das geht in der Oberliga nicht. Wenn man diese entscheidenden Heimspiele nicht gewinnt, hat man schlechte Karten. So lange wie Kay Daumann gesperrt ist, werde ich noch spielen, diesmal mit Oberschenkelproblemen. Jasmin Baltic kann uns sicher helfen, er ist ein cleverer Spieler und hat in den beiden Trainingseinheiten einen starken Eindruck gemacht."
Andre Torge, Trainer VfL Mennighüffen.
"Man hat gesehen, dass in Mennighüffen Bedarf ist. Schade, dass mein Pass nicht rechtzeitig da war."
Jasmin Baltic, bis vor kurzem noch in Verl, jetzt Neuzugang in Mennighüffen.
"Ich glaube nicht, dass das Ergebnis der Vorwoche noch eine Rolle gespielt hat. Sonst hätten wir das Ding in der Schlussphase nicht so diszipliniert zu Ende gespielt."
Florian Haubrock, HSG-Kreisläufer.