Meisterschaft: ASV Hamm II
28:28 nach 27:20-Führung für HSG wie eine Niederlage
von Stefan Herzog
Aus der Tageszeitung: „Die Glocke“, vom 29.11.2010
Gütersloh (zog). Fassungslosigkeit über die letzten fünf Spielminuten und riesiger Ärger über einen fest in den Händen geglaubten Sieg, der den HSG-Oberligahandballern noch wie feiner Sand durch die Finger rieselte.
Das war die Gütersloher Gemütslage gestern in der Sporthalle Nord. Für die Gastgeber war das 28:28 (14:12) gegen den ASV Hamm II wie eine gepfefferte Niederlage. Denn die Hessenkämper-Sieben hatte in der 55.
Minute noch mit 27:20 geführt.
"Dass wir hier heute nicht beide Punkte behalten haben, ist ein Armutszeugnis. Ich verstehe nicht, wie wir uns das noch haben nehmen lassen", war Trainer Hagen Hessenkämper total angefressen. Seine Mannschaft hatte lange Zeit vieles richtig gemacht, die Halle sich schon auf den Jubel über den zweiten Heimsieg in der Oberliga eingestellt, als die Partie aus mehreren Gründen kippte.
Als letztes Mittel stellte Hamms Spielertrainer Andreas Kuno nach dem
27:21 in der 56. Minute die Abwehr um. Drei HSG-Spieler wurden ab der Mittellinie kurz gedeckt. Das sorgte für zahllose Ballverluste und Gegenstoßtore. Dann spielte das Schiedsrichtergespann Heidasch/Serafini eine Rolle, weil es die Gütersloher in der entscheidenden Phase verunsicherte, in Rage und aus dem Konzept brachte. So beim Zeitspielpfiff während des Wurfs von Benjamin Zöllner. Nichts zu deuteln gab es an der Roten Karte für den bis dahin überragenden HSG-Torwart Daniel Plum. Der war beim Versuch einen langen Pass abzufangen, einen Schritt aus dem Sechs-Meter-Kreis herausgekommen und hatte den am Ende viermal erfolgreichen ASV-Spieler Sebastian Mund berührt.
Auch das verzögerte Herausrücken des Balles durch Torsten Harbert war mit einer Zeitstrafe korrekt geahndet. "Aber da waren viele Entscheidungen, die nicht gingen. Doch schwache Schiris hin oder her.
Chancen, um das Spiel zu gewinnen, waren genügend da", fasste Hessenkämper zusammen.
Nach 15 Minuten führten die Gastgeber erstmals mit vier Toren (9:5) und bekamen die Partie dank Plum und guter Abwehr unter Kontrolle. Die HSG setzte sich von 21:19 (44.) auf 25:19 (51.) und eben 27:20 (55.) ab.
Doch die Unfähigkeit, den Ball in der hektischen Schlussphase und bei am Ende "dreifacher" Unterzahl sicher über wenige Meter zu passen, sowie Ballverluste beim Dribbeln sorgten für das kuriose Finale, obwohl nach Benni Zöllners 28:25 nur noch 100 Sekunden zu spielen waren.
Endergebnis: HSG Gütersloh -- Hamm II 28:28 (15:12)
HSG: Plum/Rogalski -- Zöllner (3), Schönhoff (5), Harbert (3), Schlüter (n.e.), Wiemann (4), Gast, Schulze (6/2), Stammeier (n.e.), Haubrock (7)
Zuschauer: 280