Meisterschaft: TV Soest
39:49 -- HSG Gütersloh ertrinkt in Soester Torflut
von Stefan Herzog
Aus der Tageszeitung: „Die Glocke“, vom 22.11.2010
Gütersloh (zog). 88 Tore in 60 Minuten -- klar zugunsten der Gastgeber verteilt -- sowie elf Zeitstrafen. Die Statistiker hatten beim 49:39 (22:18)-Heimsieg des Soester TV über die HSG Gütersloh in der Handball-Oberliga viel zu notieren. Und die Trainer viel zu erklären.
Dirk Lohse, der mit der taktischen Ausrichtung seiner Mannschaft maßgeblich für die Torflut verantwortlich zeichnete, versuchte es: "Wer traditionellen Handball gewohnt ist, für den war es nicht unbedingt ein schönes Spiel. Aber meine Jungs wollen angreifen und Tore werfen und 49 Treffer sprechen für sich. Doch wir können die offensive Abwehr besser spielen", war der Coach des Regionalligaabsteigers mit den Gegentreffern nicht zufrieden. Der Gütersloher Hagen Hessenkämper haderte trotz der 39 erzielten Tore wieder mit zu vielen Bällen, die dem Gegner in die Hand gespielt wurden und mit zu viel vergebenen Torchancen.
Auf die in den Anfangsminuten extrem offensiv agierenden Soester war die HSG gut vorbereitet und führte die einzigen beiden Male mit 1:0 und 2:1.
Bis Mitte der ersten Halbzeit (10:9) blieb es knapp, dann setzten sich die Gastgeber auf vier Treffer ab, kamen beim 17:16 wieder in Bedrängnis, führten im hastigen Hin und Her kurz vor dem Pausenpfiff mit 22:17, bevor Marcel Schönhoff noch auf 22:18 verkürzte.
Bis sechs Minuten vor dem Abpfiff hielten die Gäste das Ergebnis im Rahmen (42:37). Über den Ausgang der Partie bestand da schon lange kein Zweifel mehr, weil die Soester durch ihre Rückraumspieler, wie den zwölffachen Torschützen Max Loer, aber auch am Kreis und beim Konter klar überlegen waren.
Doch die HSG wehrte sich bis dahin tapfer. Thorsten Harbert zeigte mit zehn Treffern eine starke Leistung, Florian Haubrock traf vom Kreis neunmal. Taktisch reagierten die Gäste auf die zwei offensiven Sonderbewacher mit der Maßnahme, Benjamin Zöllner auf Linksaußen zu stellen.
Doch am Ende gingen dem Kellerkind gegen das Topteam die Luft und der "Punch" aus. Jetzt häuften sich eklatante Fehler. So saßen die Gütersloher am Ende mit hängenden Köpfen da, während die Soester einen richtig gelungen Handballabend feierten, weil der nach langer Verletzung in der 56. Minute sein Comeback feiernde, ehemalige türkische Nationalspieler Serdar Önder gleich traf und eine "Marke" zog.
Endergebnis: TV Soest -- HSG Gütersloh 49:39
HSG: Plum/Rogalski -- Buhrmester (n.e.), Zöllner (3), Schönhoff (3), Harbert (10), Schlüter (n.e.), Wiemann (5/1), Gast (6), Schulze (3), Stammeier, Haubrock (9)
Zuschauer: 300, davon 70 aus Gütersloh