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Meisterschaft: Tura Bergkamen

Die HSG geht in Führung und fängt an zu wackeln



von Stefan Herzog

Aus der Tageszeitung: „Die Glocke“, vom 08.11.2010

Gütersloh (zog). Christof Reichenberger, Trainer des siegreichen HC TuRa Bergkamen, freute sich nach dem 35:29-Heimerfolg, dass seine Mannschaft endlich wieder die zuletzt vermissten Emotionen und Kampfgeist gezeigt hatte. Sein enttäuschter Kollege Hagen Hessenkämper bemühte zwei schlichte Zahlen, um die aus seiner Sicht unnötige Niederlage des Handball-Oberligisten bei den durchaus schlagbaren Gastgebern zu
erklären: "64 Angriffe und nur 29 Tore. Damit kann man nicht gewinnen."
Dabei war der Aufsteiger am Samstagabend nahe dran, die Punkte drei und vier einzufahren, scheiterte aber genau, als er bei der ersten und einzigen Führung durch Florian Haubrock zum 21:20 (39. Minute) dran war, die Partie zu drehen, an mangelnder Abgeklärtheit. Denn statt weiter konsequent durchzuspielen, bis sich eine Lücke ergab, oder der treffsichere Philipp Buhrmester auf Linksaußen frei war, warfen die Gütersloher viel zu früh und unvorbereitet aufs Tor und wurden mit Kontern bestraft. Auch im ersten Durchgang war der Angriff die Schwachstelle der Gütersloher. Technische Fehler, wie mehrere Stürmerfouls, ließen die TuRa auf 5:1 und 10:6 davonziehen.
Eine 6:4-Überzahl nutzte die HSG, um durch Fabian Gast zum 10:10 auszugleichen (21.). Auch kurz nach Wiederanpfiff war die HSG beim 18:18 wieder da, profitierte mit Kontertoren von guten Paraden des ab der 31.
Minute spielenden Keepers Daniel Plum. Doch statt den Sack mit ruhiger Hand zuzubinden, wurden die Gütersloher angesichts des möglichen Erfolgs hektisch. Die typische Szene, um den Unterschied zwischen Bergkamen und Gütersloh zu beschrieben, war die 58. Minute, als die HSG einen Konter laufen und gleichzeitig den Torwart für einen siebten Feldspieler wechseln wollte. Der weite Ball ging direkt vor der Bergkamener Bank ins Aus, kam per Einwurf zum ansonsten kurz gedeckten TuRa-Mittelmann Katsigiannis, der ihn routiniert über 20 Meter gegen den zurückeilenden Plum ins Netz warf. Auch Bergkamens Halblinker Tobias Weßeling (9 Tore) warf in der entscheidenden Phase immer wieder leichte Tore.

"Wir waren ein mehr als ebenbürtiger Gegner, sind aber an unserer Angriffsquote gescheitert. Im ersten Durchgang waren es die technischen Fehler, in der Schlussphase die Fehlwürfe. Dabei haben wir mehrere Überzahlsituationen nicht genutzt. Deshalb ist es sehr ärgerlich, dass wir mit sechs Toren Differenz geschlagen wurden."
Hagen Hessenkämper, Trainer der HSG Gütersloh

Endergebnis:  HC TuRa Bergkamen -- HSG Gütersloh  35:29
HSG: Plum/Rogalski (je eine Halbzeit) - Buhrmester (7), Zöllner (2), Schönhoff (2), Harbert (3), Schlüter (2), Wiemann (5/1), Gast (4/1), Schulze (n.e.), Stammeier (1), Haubrock (3)
Zuschauer: 230

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