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Meisterschaft: HSG Augustdorf

Lob und Schulterklopfen, aber keine Punkte in Augustdorf



von Stefan Herzog

Aus der Tageszeitung: „Die Glocke“, vom 20.09.2010

Gütersloh (zog). Mit Lob, Anerkennung und Schulterklopfen wurden die Oberligahandballer der HSG Gütersloh am Samstag verabschiedet, die Punkte jedoch blieben in der Augustdorfer Witex-Halle. "Wir hatten die Gütersloher beobachtet und waren vorbereitet. Doch so schwer hatten wir es uns nicht vorgestellt", kommentierte Trainer Laszlo Benyei den 35:31 (15:14)-Sieg seiner Mannschaft, des Titelmitfavoriten HSG Augustdorf-Hövelhof gegen den um den Klassenerhalt kämpfenden Aufsteiger.
So tröstlich die Worte selbst von der Tribüne ("So eine Mannschaft haben wir hier lange nicht gesehen") auch waren, konnten sie doch beim Gütersloher Trainer Hagen Hessenkämper die Enttäuschung und den Ärger über zwei oder doch zumindest einen möglichen Punkt nicht mildern. Denn mehrmals hatten die Gäste im zweiten Durchgang klar geführt. Das erste Mal nach fünf Toren in Reihe vom 14:16 zum 19:16 und dann mit 24:20 in der 45. Minute. "Da mussten wir den Sack zumachen", trauerte Hessenkämper den vielen vergebenen Torchancen hinterher. Denn Möglichkeiten, das Säckel mit den beiden Punkten drin zu verschnüren, gab es genug. Wenn die Quote stimmte, dann ließen die Gütersloher die Sandhasen eher wie Schildkröten aussehen. Doch das auf Tempo angelegte Spiel der HSG führte einerseits zu vielen Ballverlusten aufgrund technischer Fehler und scheiterte zu oft am im zweiten Durchgang für Routinier Ronny Krüger eingewechselten Christoph Bauerkamp.
Taktisch fanden die Augustdorfer mit dem Spiel über den Kreis das passende Mittel, um die offensive HSG-Defensive auszuhebeln. So traf Kreisläufer Florian Hengsbach im zweiten Durchgang sechsmal. Zudem hatten die Augustdorfer mit Stanislav Lutschitzki einen Mittelmann, der neben seiner Torgefährlichkeit das Konterspiel ankurbelte und die Lücken in der HSG-Abwehr ausspähte.
In der Abwehr nahm der ehemalige Zweitligist im zweiten Durchgang den zuvor auftrumpfenden Benjamin Zöllner in Manndeckung. "Aber entscheidend waren einzig und allein unsere Fehler. Das war total unnötig. Und so gesehen haben wir Lehrgeld bezahlt", beschrieb Hessenkämper die Phase, in der sich der Gegner für die Fehler mit sieben Treffern in Serie bedankte und auf 27:24 davonzog. Jetzt hielt Gütersloh wieder dagegen und war beim 29:28, 30:29 und 31:30 einem Punkt nahe, musste sich bei offener Manndeckung der Entschlossenheit und Routine des Titelkandidaten geschlagen geben. Da nutzten auch die starke Torwartleistung von Daniel Plum und zwei parierte Siebenmeter von Eugen Rogalski nichts.

 

Endergebnis: Augustdorf -- HSG Gütersloh 35:31
HSG: Plum/Rogalski -- Buhrmester (3), Zöllner (8), Schönhoff (2), Herbert (3), Schlüter (2), Christ (2), Wiemann (3/1), Gast (2), Schulze (1/1), Stammeier (n.e.), Haubrock (6)
Zuschauer: 400
Schiedsrichter: Alexy/Grotemeyer
Zeitstrafen: Haubrock (29.), Schlüter (38.) -- 3 bei Augustdorf
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