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Meisterschaft: TV Verl

HSG-Jubel in der Halle Nord, Frust beim TV Verl



von Stefan Herzog

Aus der Tageszeitung: „Die Glocke“, vom 13.09.2010

Gütersloh (zog). Für den Sieger HSG Gütersloh war es die Fortsetzung des Aufstiegsmärchens -- nur noch schöner: Volle Halle inklusive Bürgermeisterin Maria Unger, grandiose Stimmung und dann stand nach Abpfiff der ersten 60 Gütersloher Oberligahandballminuten ein deutlicher 30:27 (10:13)-Erfolg im Kreisderby gegen den alten Rivalen TV Verl auf der Anzeigetafel. Für die Gäste endete der Auftakt in die Handballsaison am Samstag vor gut 500 Zuschauern in der Sporthalle Nord dagegen in blankem Entsetzen und noch mehr Frust.
Doch noch sind 27 Spieltage zu absolvieren, haben die einen zwar wichtige Punkte und Selbstvertrauen gewonnen, aber die anderen nichts verloren. Schwer wird es in diesem Jahr jedoch für beide Kreisvertreter.
Nach ausgeglichener, torarmer Auftaktphase übernahmen die Gäste die Initiative. Es schien, als würden die HSG-Spieler angesichts der Kulisse, die sich für die faire und unermüdliche Unterstützung ihrer jeweiligen Teams ein dickes Lob verdiente, und von der neuen Liga erdrückt. Ballverluste und technische Fehler im Angriff waren ein Indiz für "Händeflattern." Bei Verl kam ab der 12. Minute der wegen Schulterbeschwerden lange als Wackelkandidat gehandelte Linkshänder Marcel Ortjohann aufs Feld und machte gleich zwei Tore. Weil auch TVV-Keeper Cornelius Nolte (vor allem von Außen) kaum zu bezwingen war, zogen die Gäste auf 12:7 (23. Minute) davon. Obwohl Jan Schulze nach zehnminütiger Torflaute zum 8:12 traf, schien eine Vorentscheidung gefallen, hatten sich bei den Heimzuschauern große Bedenken breitgemacht.
Doch bereits vor dem Pausenpfiff fing sich die HSG wieder, eingeleitet durch die Umstellung auf eine 4:2-Abwehr mit doppelter Manndeckung gegen Ortjohann (durch Fabian Gast) und Wieland (durch Wiemann). Drei Minuten nach Wiederanpfiff, als viele Zuschauer noch in der Abendsonne vor der Halle standen, hatten sich die Gastgeber auf 12:13 herangeworfen und hielten diesen knappen Rückstand.

Plum und Schönhoff kippen das Derby

Beim 19:19 durch Kapitän Marcel Schönhoff war erstmals nach 31 Minuten der Ausgleich geschafft. Als Stefan Christ per Rückhandwurf vom Kreis gleich die Führung folgen ließ, tobten die HSG-Fans.
Mit der Manndeckung hatten die Gütersloher die wichtigsten Verler Angreifer aus dem Spiel genommen, die Mitspieler nutzten die Räume nicht und brachten Ortjohann/Wieland auch nicht durch Sperren in Wurfposition.
Zudem rieben sich die Verler an den konsequent ihre von vielen Zeiststrafen geprägte Linie pfeifenden Schiedsrichtern Esler/Wohl auf. Die hatten dies aber erstens angekündigt, pfiffen zweitens auf beiden Seiten gleich und hatten insgesamt die faire Partie jederzeit unter Kontrolle.
So machte TVV-Coach Jens Freier später die Undiszipliniertheiten gegenüber den Schiris, im Angriffsverhalten und bei der gegenseitigen Fehlerzuweisung als maßgeblichen Grund für die Niederlage aus.
Auf Gütersloher Seite entschieden im zweiten Durchgang der nach seinem ersten Oberligator in der 37. Minute wie entfesselnd aufspielende Marcel Schönhoff und der sich mit jeder Minute steigernde Torwart Daniel Plum die Partie.
Denn durch die gehaltenen Bälle kam nun auch das im ersten Durchgang nicht existierende Tempospiel der Gütersloher auf Touren. Auch Fabian Gast zeigte auf der Mitte, wie wertvoll er noch für den Aufsteiger werden kann. Die HSG zog gegen zunehmend resignierende Verler von 22:22 auf 30:22 davon.

 

Endergebnis: HSG Gütersl. -- TV Verl 30:23
HSG: Plum/Rogalski -- Buhrmester (1), Zöllner (4), Schönhoff (6), Harbert (1), Schlüter (n.e.), Christ (4), Wiemann (7/2), Gast (3), Schulze (4/1), Stammeier (n.e.), Haubrock
TVV: Nolte/Plass -- Schuster (3), Gottsleben (1), Voss (1), Fröbel (2), Niehüser, Ortjohann (5), Lützkendorf (2), Diekman (2/1), Wieland (7/4)
Zuschauer: 500
Schiedsrichter: Esler/Wohl (Lahde/Que. Ste.-Fr.walde)
Zeitstrafen: Christ (3., 34.), Harbert 85.), Gast (20., 54.), Wiemann (2+2, 42.), Zöllner (44.), Ortjohann (48.), Schulze (48.) -- Voss (14.), Diekmann (16., 32.), Lützkendorf (23.), Gottsleben (25., 38., 55.), Wieland (43.), Schuster (2+2, 44.), Niehüser (45.)

 

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